autorenletzung nützel   Der Journalist und Autor Nikolaus Nützel stellte den Schülern der 6. Klassen am 11. November 2009 zwei seiner interessanten Jugendsachbücher vor.

Autorenlesung – unter diesem Stichwort stellt man sich eigentlich ein beschauliches Ambiente und ruhige, den Worten des Autors lauschende Zuhörer vor. Gänzlich anders verlief die Lesung von Nikolaus Nützel am Geislauterner Warndt-Gymansium „Sprache ist Zauberei, findet ihr nicht auch?“, fragte der bayerische Autor zu Beginn der Veranstaltung keck in die Schülerrunde und signalisierte damit den jungen Warndt-Gymnasiasten: „Hier ist eure Mitarbeit gefragt.“

 

Und in der Tat hatten die Jungen und Mädchen an diesem verregneten Novembermorgen die Chance einer interaktiven Autorenlesung beizuwohnen und sich von dem Autor in die Geheimnisse der Sprachwissenschaft einführen zu lassen. Diese Einführung war jedoch nicht universitär oder wissenschaftlich angelegt, vielmehr erklärte der 42-jähige Autor die in seinen Büchern thematisierten sprachlichen Phänomene auf anschauliche und amüsante Art und Weise.So gehörten die Flipchart und die farbigen Stifte genauso zu dieser Lesung wie die beiden mitgebrachten Bücher „Sprache oder was den Mensch zum Menschen macht“ (2007) sowie „Das Universum im Kopf – Wie unser Gehirn funktioniert“ (2008). „Sprache ist Zauberei“, diese zu Anfang noch als Frage formulierte Aussage zog sich wie ein roter Faden durch die anderthalb Stunden dauernde „Lesung“. Dabei erarbeitet Nützel gemeinsam mit den Schülern die mannigfaltigen und faszinierenden Aspekte der menschlichen Sprache, indem er kurze Passagen aus seinen Büchern vorlas und diese dann mit den Schülern besprach. So verstanden die Jugendlichen auf Anhieb, dass die Sprachfähigkeit den Menschen von allen Tieren, auch von den intelligenten Affen unterscheidet. „Wir haben eben eine eingebaute Grammatik im Kopf“, brachte der Jugendbuchautor diese Tatsache prägnant auf den Punkt. Ebenso wurde den jungen Zuhörern am Beispiel des Wortes „Hund“ in den verschiedenen Sprachen schon jetzt klar, was viele Studenten erst in der Hochschule lernen, nämlich, dass es keine Bezug zwischen dem sprachlichen Zeichen und dem außersprachlichen Gegenstand gibt.Selbst das althochdeutsche Hildebrandslied war dank der anschaulichen Erklärungen Nützels am Ende der kurzweiligen Doppelstunde kein Fremdwort mehr für die Warndt-Gymnasiasten.

 

Der Höhepunkt der Lesung war zweifelsohne die gemeinsame Kreation eine Fantasiesprache, bei der die Schüler ihr Geschick sowie ihren Einfallsreichtum eindrucksvoll unter Beweis stellten. „In Sprachwissenschaft sind wir jetzt fit, das war noch besser als Galileo“, kommentierte Florian aus der Klasse 6.2 diese Deutschstunde der besonderen Art und spricht damit stellvertretend für seine Mitschüler. Auch das Warndt-Gymnasium ist beeindruckt von dem kompetenten und interaktivem Vortrag Nikolaus Nützels und freut sich bereits jetzt auf weitere unterhaltsame Autorenlesungen.